Kunde: Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH
Projektzeitraum: 2026 – 2027
Das Projekt in Kürze
Welche Leerstände lassen sich aktivieren, welche Nutzungen fehlen – und wo liegen die größten Potenziale für die Innenstadt? Genau hier setzt das Projekt in Bad Reichenhall an: Im Rahmen des Förderprogramms „Starkes Stadtmarketing für lebendige Innenstädte“ begleitet unser Expert:innen-Team die Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH (BRM) beim Aufbau eines digitalen Flächenmanagements zur Innenstadtentwicklung.
Ziel des Projekts ist es, Leerstände messbar zu reduzieren, das Handels- und Dienstleistungsangebot zu stärken und zentrale Lagen mit passenden Nutzungen weiterzuentwickeln. Das digitale Flächenmanagement bündelt dafür Informationen zu Leerständen, Nutzungen, Immobilien, Frequenzen und Kaufkraft – als Steuerungsinstrument für Eigentümeransprache, Zwischennutzungen, Neuansiedlungen und strategische Entscheidungen.
Unsere Leistungen im Überblick:
- Aufbau und Pflege eines strukturierten digitalen Flächenmanagements
- Erheben von Leerständen, Nutzungen und Immobilieninformationen
- Analyse von Frequenz- und Kaufkraftdaten sowie Durchführung von Befragungen
- Entwickeln und Durchführen von Beteiligungsformaten, Workshops, Einzelgesprächen
- Aufbau eines Eigentümernetzwerks und Stakeholdermanagement inkl. Stakeholdermap
- Konzeption von Zwischennutzungen und Nutzungsperspektiven
- Entwickeln einer Roadmap mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen
- Unterstützen bei Maßnahmen-Umsetzung, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie bei der Fördermittelabwicklung
Wir setzen wichtige Impulse für unsere Alpenstadt. Unser Anspruch ist es, die Innenstadt nicht nur punktuell zu stärken, sondern dauerhaft zukunftsfähige Strukturen zu schaffen, die weit über die 2-jährige Projektlaufzeit hinauswirken. Es geht um langfristige, positive Perspektiven für unsere Stadt.
Alpenstadt sucht Zukunft: Wie entwickelt sich die Innenstadt von Bad Reichenhall? Und wer steuert diese Entwicklung? © Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH
Aufgabe und Hintergrund
Bad Reichenhall hat eine Innenstadt mit Profil: alpine Identität, touristische Anziehungskraft und zentrale Orte, die für Handel, Begegnung und Aufenthaltsqualität stehen. Zugleich wächst der Veränderungsdruck in der Stadtmitte. Nutzungsgewohnheiten verschieben sich, Frequenzen müssen gezielt erzeugt und gesteuert werden, leerstehende Flächen prägen die Wahrnehmung und der Branchenmix muss stärker auf die Erwartungen von Einheimischen, Gästen und Gewerbetreibenden reagieren.
Die Herausforderung in Bad Reichenhall liegt vor allem darin, aus vielen Informationen, Interessen und Ideen eine gemeinsame Richtung für die Innenstadtentwicklung zu formen. Dafür braucht es eine Steuerungslogik, die Orientierung gibt und zentrale Zukunftsfragen beantwortet:
- Welche Potenziale tragen wirklich?
- Wo braucht es neue Nutzungen?
- Welche Akteur:innen können Verantwortung übernehmen?
- Wie wird aus einem Förderprojekt ein Prozess, der langfristig wirkt?
Unsere Aufgabe als Stadtmanufaktur ist es, diese Komplexität zu ordnen und ein digitales Flächenmanagement zur Steuerung aufzubauen: strategisch genug, um die Innenstadt als Ganzes zu denken – und konkret genug, um Entscheidungen vorzubereiten, Prioritäten zu setzen und Bewegung in zentrale Lagen zu bringen.
Flächenmanagement ist ein starker strategischer Hebel für die Innenstadtentwicklung. In Bad Reichenhall verbinden wir Daten, Dialog und Umsetzung zu einem handlungsfähigen Steuerungsinstrument. Dafür nutzen wir auch die Erfahrung und das Engagement der Aktuer:innen vor Ort. Realistische Nutzungsperspektiven entstehen dort, wo diese gemeinschaftlich getragen und gestaltet werden.

Gemeinsam denken, handeln und gestalten: Projektteam und Innenstadtakteur:innen beim Workshop © Anne Basener, Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH
Unser Vorgehen
Flächen erfassen und Standortportal schärfen
Zum Start analysieren wir die Innenstadt von Bad Reichenhall systematisch und datenbasiert. Wir erfassen Leerstände, Nutzungen und relevante Immobilieninformationen, gleichen vorhandene Daten ab und pflegen sie im bestehenden Standortportal Berchtesgadener Land.
Dadurch entsteht ein digitales Flächenmanagement, das Entwicklungspotenziale sichtbar macht, Flächen nachvollziehbar dokumentiert und Entscheidungen für Stadtmarketing, Eigentümer:innen und weitere Akteur:innen vorbereitet.
Frequenzen und Kaufkraft auswerten
Für ein präzises Lagebild betrachten wir die Innenstadt aus mehreren Perspektiven:
- Frequenzdaten über hystreet und T-Systems (T-Mobile) zeigen uns, wann und wie zentrale Lagen genutzt werden.
- Kaufkraftanalysen und Befragungen geben uns Aufschluss darüber, welche Angebote nachgefragt werden, welche Zielgruppen erreicht werden und wo Besuchsanlässe gestärkt werden können.
Aus diesen Erkenntnissen leiten wir konkrete Ansätze ab: für realistische Nutzungsperspektiven, gezielte Belebungsmaßnahmen und die strategische Weiterentwicklung von Angebot und Aufenthaltsqualität.
Stakeholdermap und Eigentümernetzwerk aufbauen
Leerstände lassen sich nur aktivieren, wenn die Menschen dahinter Teil des Prozesses werden. Deshalb liegt ein besonderer Fokus auf dem Aufbau eines Eigentümernetzwerks: In persönlichen Gesprächen, Workshops und Beteiligungsformaten bringen wir Eigentümer:innen, Gewerbetreibende, Gastronomie, Immobilienwirtschaft, Verwaltung, Initiativen und weitere Innenstadtakteur:innen an einen Tisch.
Begleitend dazu erstellen wir eine Stakeholdermap, die Rollen, Interessen und Einflussmöglichkeiten sortiert – als Basis für ein strukturiertes Stakeholdermanagement.
Mit einer Beteiligungswoche im Oktober 2026 und einer Website zum Projektfortschritt wird der Prozess auch für die Bürger:innen vor Ort greifbar: Gemeinsam diskutieren wir Potenziale, Nutzungsideen und nächste Schritte.
Mit Offenheit und Lego: Beteiligung funktioniert, wenn die Ziele klar und der Nutzen für alle Beteiligten klar formuliert ist © Anne Basener, Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH
Leerstand in Nutzungsperspektiven übersetzen
Auf Basis der Daten und Gespräche entwickeln wir Perspektiven für Zwischennutzungen, Aktivierungen und neue Nutzungen in zentralen Lagen. Dafür prüfen wir Flächen, Nutzungsideen und Rahmenbedingungen im Stadtkontext mit dem Ziel, leerstehende Flächen wieder mit Funktion, Frequenz und Ausstrahlung zu beleben.
Wichtig dabei: Wir denken temporäre Nutzungen, Pop-up-Formate, lokale Initiativen, Nachfolgelösungen oder neue Geschäftsmodelle nicht als Einzelaktionen, sondern als Teil einer strategischen Entwicklung der gesamten Innenstadt. Der Mix muss stimmen. Und dazu gehören Einzelhandel und Gastronomie ebenso wie konsumfreie Begegnungsräume.
Umsetzung, Kommunikation und Verstetigung planen
Aus den Analysen, Gesprächen und Nutzungsperspektiven entwickeln wir eine Roadmap mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen. Das bedeutet auch: Wir definieren Prioritäten, benennen nächste Schritte und machen Zuständigkeiten konkret und nachvollziehbar.
Parallel begleiten wir die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit – unter anderem mit Berichten und Beteiligungsmöglichkeiten. Monitoring und Fördermittelabwicklung sichern den Prozess organisatorisch ab und sind die Grundlage für ein dauerhaft wirksames digitales Flächenmanagement.

Fußgängerzone, Kurpark und 200 Geschäfte in Bad Reichenhall – eingerahmt vom Alpenpanorama Berchtesgadener Land © Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH
Aktueller Stand (Juli 2026)
Das Projekt ist mitten in der Umsetzung. Bereits jetzt zeigt sich: Das digitale Flächenmanagement für Bad Reichenhall entwickelt sich zu einem praxisnahen Steuerungsinstrument, um Leerstände gezielt zu aktivieren und die Innenstadtentwicklung datenbasiert zu steuern.
Außerdem bringen Beteiligungsformate sowie die geplante Beteiligungswoche im Oktober 2026 den Prozess direkt in die Innenstadt und zu den Menschen: Daten, Perspektiven und Nutzungsideen werden gemeinsam mit den Akteur:innen vor Ort diskutiert und in realistische nächste Schritte übersetzt.
Fotos: Anna Basener, Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH
Kommunikation zum Projekt
Projekt-Website: alpenstadtbadreichenhall.com
Berichterstattung zum Projekt
Interview mit Ursula Friedsam und Maren Hauke von der BRM – Passauer Neue Presse – 27.06.2026
Kampf gegen Leerstand: Bad Reichenhall startet Zukunftsprojekt für die Innenstadt – bayernwelle.de – 06.05.2026
Zukunftsprojekt für die Innenstadt Bad Reichenhall – Bericht auf bad-reichenhall.de






















