Kunde: Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen

Projektzeitraum: seit November 2025

Das Projekt in Kürze

Gelsenkirchens Innenstadt muss sich transformieren: Leerstände, sinkende Frequenzen, der Rückzug überregionaler Filialisten und der damit verbundene Trading-Down-Effekt setzen die City unter Druck. Hinzu kommt: Gelsenkirchen zählt zu den Städten mit der geringsten Kaufkraft in Deutschland – und liegt mitten im dicht vernetzten Ruhrgebiet mit intensivem Wettbewerb zu angrenzenden Städten.

Höchste Zeit zum Handeln: Wir begleiten die Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen bei der Transformation der Innenstadt. Dafür erstellen wir eine Machbarkeitsstudie, analysieren Nutzungen und Leerstände, betrachten einzelne Mikro-Quartiere und binden Bürger:innen sowie zentrale Innenstadtakteur:innen ein.

Diese strategischen und operativen Aufgaben stehen im Fokus:

  • Erheben von Einzelhandel, Dienstleistungen und Leerständen
  • Kartieren der Innenstadt nach Nutzungen, Clustern und Potenzialen
  • Analyse von Mikro-Quartieren innerhalb der Innenstadt
  • Online-Befragung der Bürger:innen
  • Entwickeln eines Innenstadtprofils
  • Ableiten von Zielgruppen, Handlungsfeldern und Maßnahmen

Unser Ziel ist ein strategisch gesteuerter Transformationsprozess, der konkrete Maßnahmen priorisiert und neue Perspektiven für Gelsenkirchens Innenstadt eröffnet.

Für Gelsenkirchen-City gilt: Es gibt nicht „die“ Innenstadt, sondern Mikro-Quartiere, die einzeln betrachtet werden müssen – das gilt auch für die zentrale Bahnhofstraße mit Fußgängerzone

Aufgabe und Hintergrund

Eine City unter Handlungsdruck

Das Hauptzentrum von Gelsenkirchen-City leidet unter strukturellen Veränderungen. Großflächige Einzelhandelsimmobilien und kleinere Geschäftseinheiten stehen leer. Die Angebotsqualität nimmt ab, überregionale Filialunternehmen ziehen sich zurück, Frequenzen sinken.

Außerdem ist das City-Gebiet groß – und zugleich kleinteilig: Rund um den Heinrich-König-Platz stellen sich andere Fragen als in der Bahnhofstraße mit Fußgängerzone oder in Bereichen mit sichtbaren Leerständen. Genau hier setzen wir an: Wir untersuchen die Innenstadt nicht pauschal, sondern nach Mikro-Quartieren – und leiten daraus spezifische Maßnahmen ab.

Hoher Wettbewerb im Ballungsgebiet

Gelsenkirchen liegt im dicht besiedelten Ballungsraum des Ruhrgebiets. Für die Innenstadt bedeutet das: Sie konkurriert mit starken Einkaufs-, Freizeit- und Aufenthaltsorten in direkter Umgebung.

Folgende Fragen stellen wir uns im Projekt:

  • Welche Funktionen übernimmt die City aktuell?
  • Welche Nutzungen fehlen?
  • Welche Mikro-Quartiere bieten besondere Chancen?
  • Welche Zielgruppen können künftig stärker angesprochen werden?
  • Und: Welche Maßnahmen sind realistisch umsetzbar – hier in Gelsenkirchen mit den vorhandenen Ressourcen und Potenzialen?

Zu oft haben wir in Städten schon ambitionierte Transformations-Vorhaben beobachtet, die an der Realität scheitern. Deshalb gilt für uns: Unsere Strategien und Maßnahmen sind nur stark, wenn sie operativ funktionieren. In genau dieser Stadt – und mit genau den Voraussetzungen, die diese Stadt bietet. Das ist der Anspruch, den wir auch in Gelsenkirchen verfolgen.

Laura Ebeling, Projektleiterin bei der Stadtmanufaktur

Unser Vorgehen

Innenstadt kartieren, Einzelhandel erfassen

Wir starten das Projekt mit einem genauen Blick auf die Realität in Gelsenkirchen-City und betrachten Lage für Lage: Wo sind Lücken im Angebot? Welche Orte brauchen eine neue Funktion?

Dafür erheben wir Einzelhandel, Dienstleistungen, Leerstände, temporäre Nutzungen und Neueröffnungen im definierten Innenstadt-Bereich. Die Ergebnisse werden von uns kartiert und nach Nutzungsclustern ausgewertet. So entsteht ein belastbares Bild davon, welche Räume tragen, welche unter Druck stehen und wo neue Impulse für die Innenstadtentwicklung ansetzen können.

Mikro-Quartiere statt pauschaler Innenstadtstrategie

Aus der Bestandsaufnahme leiten wir ab, welche Teile der City genauer betrachtet werden müssen, um konkrete Maßnahmen für diese Mikro-Quartiere zu entwickeln.

Dafür untersuchen wir je Mikro-Quartier:

  • prägende Nutzungen und Angebotslücken
  • Leerstände und Nachnutzungschancen
  • Aufenthaltsqualität und Erdgeschosswirkung

Unsere Erfahrung zeigt: Pauschale Strategien oder Einzelhandelskonzepte zerschellen spätestens an den verschiedenen Funktionen und Prägungen der Innenstadt-Teilbereiche. Deshalb setzen wir auf das Konzept der Mikro-Quartiere.

Bis Mitte Mai 2026: Beteiligung von Bürger:innen und Akteur:innen

Parallel zur Analyse binden wir die Menschen ein, die Gelsenkirchen-City nutzen, bewirtschaften oder mitgestalten. Dazu gehören Bürger:innen, Eigentümer:innen, Händler:innen, Dienstleister:innen, Verwaltung, Politik und weitere Innenstadtakteur:innen.

Wir nutzen dafür Formate wie:

  • Einzelgespräche mit relevanten Akteur:innen
  • digitale Bürger:innenbefragung (April bis Mai 2026)
  • Workshops zu Strategie und Umsetzung
  • Steuerungsgruppe

Die Beteiligung liefert mehr als Meinungen und Stimmungsbilder. Sie zeigt, welche Orte gemieden oder geschätzt werden, was von der City erwartet wird, wo Konflikte entstehen und welche Akteur:innen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Diese Erkenntnisse fließen direkt in Profil, Handlungsfelder und Maßnahmen ein.

Bis Mitte Mai 2026 konnten sich Bürger:innen an der Umfrage zur Innenstadt Gelsenkirchens beteiligen © mitmachen.gelsenkirchen.de/transformation-innenstadt

Ab Juni 2026: Innenstadtprofil entwickeln

Nach Abschluss und Auswertung der Bürger:innenbefragung führen wir Analyse, Kartierung und Beteiligung zusammen. Daraus entwickeln wir ein Profil für Gelsenkirchen-City.

Dieses Profil beantwortet: Welche Stärken sind tatsächlich vorhanden? Welche Zielgruppen können realistisch erreicht werden? Welche Funktionen kann die City künftig übernehmen? Und welchen Beitrag leisten die einzelnen Mikro-Quartiere zur Transformation?

Wir verdichten die Ergebnisse zu:

  • einem realistischen Innenstadtprofil
  • relevanten Zielgruppen (Zielgruppen-Mapping)
  • räumlichen Schwerpunkten
  • strategischen Handlungsfeldern
  • konkreten Handlungsempfehlungen

Das Profil wird die Grundlage für Kommunikation, Priorisierung und die nächsten Entscheidungen im Transformationsprozess.

Bis Sommer 2026: operative Maßnahmen entwickeln

Viele Innenstadtprozesse bleiben zu lange auf der Ebene von Leitbildern. Unser Anspruch ist ein anderer: Maßnahmen müssen zu den vorhandenen Ressourcen, Zuständigkeiten und Flächen passen.

Deshalb bewerten wir die von uns entwickelten Ansätze nach Wirkung und Umsetzbarkeit: Was kann kurzfristig Frequenz oder Sichtbarkeit erzeugen? Wo braucht es längere Vorbereitung? Welche Maßnahmen brauchen Eigentümer:innen, Verwaltung und Co.?

Zum Projektende liefern wir:

  • priorisierte Maßnahmenmatrix
  • Maßnahmensteckbriefe
  • klare Umsetzungsschritte mit Verantwortlichkeiten
  • Kommunikationsmaterialien für den Prozess

Unser Ziel ist es, die Transformation in Gelsenkirchen strategisch steuerbar zu machen – anhand eines Fahrplans, der zur Stadt, zu ihren Ressourcen und zu den Akteur:innen vor Ort passt. Dafür verbinden wir unser Strategie-Know-how mit der operativen Erfahrung in unserem Team.

Laura Ebeling, Projektleiterin bei der Stadtmanufaktur

Eindrücke aus Gelsenkirchen: Der Bahnhof mitten in der Innenstadt, westlich und östlich der City zeigt sich das Ruhrgebiet mit ThyssenKrupp und dem ehemaligen Zechenturm im Nordsternpark

Der aktuelle Stand

Das Projekt befindet sich in der Beteiligungsphase: Bis zum 17. Mai lief die Bürger:innenbefragung zur Gelsenkirchener Innenstadt. Diese werten wir aktuell aus und führen sie mit Bestandserhebung, Kartierung und Akteursbeteiligung zusammen. Daraus entwickeln wir das Profil sowie das Transformationskonzept inklusive Handlungsfeldern und operativen Maßnahmen für Gelsenkirchens Innenstadt.

Fotos: Unsplash, Jörg Möller von Pixabay