CEO-Zirkel „Stadtmarketing“

Infos und Rückblick zum 13. CEO-Zirkel „Stadtmarketing“ am 27. und 28. Mai 2026 in Osnabrück

Profilierung urbaner Räume: Wie funktioniert Stadtentwicklung im Kontext von Identität und Markenführung?

Wie funktioniert Stadtentwicklung im Spannungsfeld von Identität, Marke und urbanem Wandel? Und welche Rolle übernimmt heutzutage das Stadtmarketing in diesen Prozessen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der 13. CEO-Zirkel „Stadtmarketing“.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie man ein „erklärungsbedürftiges Produkt“ wie eine Stadt nachhaltig, glaubwürdig und erfolgreich positionieren kann. Schnell wurde deutlich: Stadtmarketing ist weit mehr als Kommunikation – es ist Teil eines umfassenden Stadtmanagements.

Eine Veranstaltung von:

Logo der Stadtmanufaktur GmbH

In Kooperation mit:

Wann?

Beginn:
Mittwoch, 27. Mai ab 18 Uhr

Ende:
Donnerstag, 28. Mai um 17 Uhr

Wo?

Hotel und Tagungsort:
Hotel Walhalla

Wer?

Entscheider:innen aus dem Stadtmarketing in der DACH-Region

Gastgeberstadt:
Osnabrück

Die Highlights im Überblick

27. Mai 2026

Barbecue-Dialog: Wie kann Fläche einen Beitrag zur Stadtidentität leisten?

Thorsten Kausch im Gepräch mit Katharina Pötter, Oberbürgermeisterin von Osnabrück

Katharina Pötter betont: Die Zusammenarbeit mit „ihrem“ Stadtmarketing ist fundamental wichtig, um Osnabrück als lebenswerte Stadt sichtbar und erzählbar zu machen.

Marketing Osnabrück übersetzt die Ziele der Stadt in sichtbare, verständliche und identitätsstiftende Geschichten, was wiederum wichtig für deren Akzeptanz in Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Politik ist. Dementsprechend eng arbeitet Pötter mit dem Stadtmarketing zusammen.

Katharina Pötter: „Ein starkes Stadtmarketing hilft uns, Osnabrück als lebenswerte Stadt sichtbar zu machen — und unterstützt damit auch meine politische Arbeit.“

28. Mai 2026

Entwicklung des Lokviertels: Von der Brachfläche zum innovativen Stadtquartier

Impuls von Prof. Dr. Felix Osterheider
Honorarprofessor für Kommunikationsberatung an der Hochschule Osnabrück und Vorstandsvorsitzender der Aloys & Brigitte Coppenrath Stiftung

Am Beispiel des Lokviertels zeigt Prof. Dr. Felix Osterheider, wie aus einer lange vernachlässigten Bahnbrache ein identitätsstiftender Zukunftsort werden kann — getragen von Stiftung, Stadt, Wissenschaft, Wirtschaft und Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft.

Ausgangspunkt für die Quartiersentwicklung war das ehemalige Güterbahnhofsgelände, das nach Aufgabe durch die Deutsche Bahn lange brachlag und zunächst nicht als strategischer Zukunftsort erkannt wurde. Die Wende kam mit der Coppenrath-Stiftung, die im denkmalgeschützten Ringlokschuppens ihre Idee verwirklichte, einen Ort für Innovation und Unternehmertum zu schaffen.

Mit dem Coppenrath Innovation Centre (CIC) wurde 2023 der erste zentrale Baustein des Quartiers geschaffen.

Der entscheidende Impuls für die inhaltliche Ausrichtung kam vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das einen urbanen, zentral gelegenen und gut angebundenen Standort für junge Wissenschaftler suchte.

Die Nähe zum Hauptbahnhof und die Bahnanbindung Osnabrücks erwiesen sich als entscheidende Standortvorteile. Das DFKI gilt als Ankermieter des CIC.

Da sich die Fläche im Besitz der Stadt befand, wurde eine Betreibergesellschaft in Form einer Public-Private-Partnership (PPP) gegründet, an der die Stiftung zu 75,75 % und die Stadt Osnabrück zu 24,25 % beteiligt ist.

Prof. Dr. Felix Osterheider: „Entscheidend ist das Schaffen von Strukturen – und zwar vor Beginn des Prozesses.“

28. Mai 2026

Junges Engagement – junge Stadt: Perspektiven aus der Universität Osnabrück auf die Stadtgesellschaft

Impuls von Prof. Dr. Marco Beeken
Professor für Didaktik der Chemie an der Universität Osnabrück und stv. Bürgermeister von Cloppenburg

Prof. Dr. Marco Beeken versteht sich als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Kommunalpolitik. Mit seinem Ansatz der aufsuchenden Wissenschaftskommunikation – Wissenschaft in die (Innen-)Stadt – will er die Kluft zwischen dem öffentlichen Interesse an Themen wie Umwelt- und Klimaschutz und dem geringen Interesse an MINT-Fächern  überbrücken. Beekens Ziel ist es, Wissenschaft aktiv in die Gesellschaft zu tragen.

In verschiedenen Projekten stellt sich Beeken der Frage: Wie lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete kommunalpolitische Maßnahmen übersetzen?

Zentrales Format: Wissenschaftsmeile in der Osnabrücker Innenstadt

Entlang eines durchgehenden Experimentiertisches wird der gesamte MINT-Bildungsweg abgebildet – von der Kita über alle Schulformen bis hin zu Studium, Ausbildung und MINT-Anwendungen im Alltag. Ziel ist es, die Allgegenwart und Faszination der Naturwissenschaften sichtbar zu machen und zu zeigen, dass MINT ein entscheidender Problemlöser für gesellschaftliche Herausforderungen ist.

Weitere Projekte:

  • ChemOS (Chemie in Osnabrück onstage)
  • Pub Science (Lange Nacht der Experimente)
  • Lehr-Stand (Cloppenburg, Leerstand als öffentliches Experimentierlabor)
  • Science for Generation  (Studierende, Schüler:innen besuchen Seniorenheime, um dort gemeinsam zu experimentieren)
  • Kriminalfall-Ausstellung: In Kooperation mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück wurden reale Kriminalfälle mit Regionalbezug aufbereitet, bei denen die Naturwissenschaften eine Rolle bei der Aufklärung spielten.

Die zunehmende Bedeutung von Wissenschaftskommunikation spiegelt sich auch in der Forschungsförderung wider: Drittmittelanträge, z. B. für Sonderforschungsbereiche (SFB), haben heute kaum noch Erfolg ohne ein integriertes Outreach-Projekt. Dies schafft Anreize für Wissenschaftler, mit Stadtmarketing-Organisationen zusammenzuarbeiten, da diese die notwendigen Strukturen und Netzwerke bieten können. Langfristig könnte dieser Trend einen Kulturwandel an den Hochschulen bewirken und die Wissenschaftskommunikation als festen Bestandteil akademischer Arbeit etablieren. 

Die zunehmende Bedeutung von Wissenschaftskommunikation spiegelt sich auch in der Forschungsförderung wider: Drittmittelanträge, z. B. für Sonderforschungsbereiche (SFB), haben heute kaum noch Erfolg ohne ein integriertes Outreach-Projekt. Dies schafft Anreize für Wissenschaftler, mit Stadtmarketing-Organisationen zusammenzuarbeiten, da diese die notwendigen Strukturen und Netzwerke bieten können. Langfristig könnte dieser Trend einen Kulturwandel an den Hochschulen bewirken und die Wissenschaftskommunikation als festen Bestandteil akademischer Arbeit etablieren.

Herausforderungen:

  • Mobilisierung von Teilnehmer:innen
  • mangelnde Anreize für Wissenschaftler:innen (Publikationen bringen Renomée, öffentliche Auftritte nicht)
  • Sicherheitskonzepte für öffentliche Experimente – am besten enge Abstimmung mit der Stadtverwaltung

Lessons learned:

  • Kommunikation und Vermarktung der Events erfordert strategische Partnerschaften (Stadt, Medien etc.)
  • klare Strukturen und institutionalisierte Kooperationen tragen zum Erfolg bei
  • Pragmatische Allianzen: Die direkte Zusammenarbeit mit engagierten Professoren ist oft weitaus schneller und effektiver als der Weg über die Hochschulverwaltung.

In Bochum fungiert der Verein „UniverCity e.V.“als Schnittstelle zwischen allen Hochschulen und dem Stadtmarketing

Ebenso erfolgreich Karlsruhe durch die Etablierung dauerhafter Wissenschafts- und Kommunikationsorte in der Innenstadt, wie dem TRIANGEL Transfer (Transfer-, Kultur- und Begegnungsort des Karlsruher Institut für Technologie) am Kronenplatz in der Innenstadt.

Prof. Dr. Marco Beeken

28. Mai 2026

Public Marketing und das Beispiel Osnabrück Magazin

Impuls von Alexander Illenseer
Geschäftsführer der Marketing Osnabrück GmbH

Alexander Illenseer zeigt am Beispiel Osnabrücks, wie Stadtmarketing eine Stadtmarke entwickelt, sichtbar und erzählbar macht. Ausgangspunkt ist die Markenstrategie „Osnabrück verbindet“, die auf den Stärkenfeldern der Stadt aufbaut — dazu gehören: historisches Stadtbild, gelebte Friedensstadt, Hochschulen, Mittelstand, Freizeitqualität sowie Natur und Lage.

Ein zentrales Instrument von Marketing Osnabrück ist das Osnabrück Magazin. Es soll als „Stimme der Stadt“ wirken, eine Lücke in der lokalen Medienlandschaft füllen und einen besonderen Blick auf die Stärken Osnabrücks ermöglichen.

Die redaktionelle Umsetzung wurde bewusst nach außen gegeben: an eine Agentur und festen externen Redakteuren. Die Auflage liegt bei rund 25.000 Exemplaren.

Besonders relevant ist die strategische Steuerung der Inhalte: Die Beiträge werden nach den Stärkenfeldern der Stadt ausgewertet. Nicht jedes Stärkenfeld muss in jeder Ausgabe gleich stark vertreten sein, aber mittel- und langfristig soll die Marken-DNA der Stadt ausgewogen sichtbar werden.

Ergänzend hat Osnabrück einen Media- und Downloadcenter aufgebaut, auf das nicht nur Institutionen und Partner, sondern auch Bürger:innen zugreifen können.

Damit wird Public Marketing partizipativer: Die Stadt stellt Bilder und Dokumente wie das Osnabrück Magazin bereit, damit viele Akteur:innen die Marke Osnabrück konsistent mittragen und verbreiten können.

Alexander Illenseer: „Dass die Osnabrücker unter anderem auch die besondere Nähe zu den Niederlanden schätzen, war ein überraschendes Ergebnis der Markenbefragung.“

Das Programm im Detail

Hier findest du das gesamte Programm inklusive Uhrzeiten und wichtiger Adressen: Programm herunterladen (PDF)

Unten gibt’s die Fotos von unserem Zirkel und eine kurze Zusammenfassung aus unseren Manufakturen.

Dein Kontakt für Fragen

Du hast Fragen, Wünsche oder Anregungen? Bitte wende dich direkt an Isabell Köster:

isabell.koester@stadtmanufaktur.com
+49  40 605 33 62-65

Der CEO-Zirkel wird moderiert von:

Thorsten Kausch

Thorsten Kausch

Geschäftsführer der Stadtmanufaktur

Isabell Köster, Projektleiterin bei der Stadtmanufaktur GmbH

Isabell Köster

Projektleiterin bei der Stadtmanufaktur

Fotos und Rückblick

So war der CEO-Zirkel „Stadtmarketing“ am 27. und 28. Mai 2026 in Osnabrück

Zusammenfassung aus unseren Manufakturen

Rolle des Stadtmarketings in der Kommunikation und strategischen Themensteuerung

  • Stadtmarketing übernimmt maßgeblich die strategische und konzeptionelle Kommunikation profilbildender Stadtthemen und wirkt dabei als Seismograph für Themen, Stimmungen und Entwicklungen in der Stadt.
  • Durch seine besondere B2C-Kompetenz kann es komplexe Inhalte zielgruppengerecht übersetzen, sollte aber klar zwischen eigenen Themen und Verwaltungshandeln und sonstigen fremden Themen unterscheiden.
  • Wichtig ist eine eindeutige Definition des Budgets und der Aufgaben/Gesellschaftszweck:
    • Was ist über Grundbudget (Flat Fee) bzw. GmbH-Vertrag abgedeckt?
    • Welche zusätzlichen Aufgaben benötigen ein Extrabudget? Und wann sind Geschäftsbesorgungsverträge sinnvoll?
    • Wann besteht die Gefahr einer verdeckten Gewinnausschüttung
  • Zugleich braucht es Augenmaß, um Akzeptanz zu sichern: Stadtmarketing sollte Kommunikationshoheit bei relevanten Themen frühzeitig sichern, profilbildende Themen aktiv mitgestalten und nicht profilbildende Zusatzaufgaben nur mit klarer Beauftragung und Finanzierung übernehmen.
Fotoprotokoll:

Stadtteil- und Quartiersmarketing zur Stärkung der Stadtidentität

  • Stadtteilmarketing umfasst die profilierende Kommunikation, Aktivierung und Weiterentwicklung einzelner Quartiere oder Stadtteile – immer im Zusammenspiel mit der Gesamtstadtmarke und als Aushandlungsprozess zwischen lokalen Akteur:innen, wie Stadtmarketing, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Bürgerschaft.
  • Nicht alle Stadtteile oder Quartiere sind gleichermaßen geeignet, um Stadtidentität zu transportieren, z. B. bei sehr eigener Identität oder fehlender Identifikation mit dem Standort.
  • Insofern bleibt die zentrale Frage: „Was passt zu euch, was passt zum jeweiligen Stadtteil?“
Fotoprotokoll:

Entwicklung des Berufsbilds Stadtmarketing und Zusammenarbeit mit anderen Bereichen

  • Themen wie KI, Social Media und digitale Kommunikation verändern die Anforderungen an Stadtmarketingorganisationen und die entsprechenden Berufsbilder.
  • Die künftig entscheidenden Kompetenzen im Stadtmarketing dürften vor allem dort liegen, wo KI nicht ersetzen kann: in strategischer Einordnung, Zielgruppengefühl, lokaler Kontextkenntnis, Netzwerkpflege und der Koordination unterschiedlicher Akteur:innen. Haltung, Beziehung, Urteilskraft und das Gespür für Stadtgesellschaft bleiben menschliche Kernkompetenzen.
  • Bei knappen Kassen wird die gute Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderung, Tourismus, Kultur und weiteren städtischen Akteur:innen noch wichtiger: Daten, Kanäle, Materialien können ggf. gebündelt werden und bieten Ressourcenentlastung.
  • Entscheidend sind klare Rollen, gemeinsame Prioritäten und eine zentrale Themensteuerung, damit Synergien entstehen, Doppelarbeit vermieden wird und knappe Mittel auf die profilbildenden Themen der Stadt einzahlen.
Fotoprotokoll:

Weitere Eindrücke vom CEO-Zirkel

Bild-Credit: Marketing Osnabrück, Unsplash, Stadtmanufaktur

Wir sehen uns beim nächsten Zirkel vom 15. bis 17. November in Koblenz. Bis dahin: Alles Gute!